Unterwegs mit dem OWK-Kraichtal e.V. auf der fünften und gleichzeitig letzten Etappe, dem Rheinsteig von Kaub nach Wiesbaden.

Am frühen Morgen des 04. Juni trafen sich die Teilnehmerinnen/Teilnehmer zur gemeinsamen Zugfahrt nach Kaub. Gegen Mittag konnten wir dann endlich, in Kaub angekommen unseren Einstieg zum Rheinsteig erreichen. Von hier aus ging es zunächst steil bergauf ins Volkenbachtal und schließlich Richtung Burg Gutenfels. Der Rennseiterstollen ist das nächste Ziel, der Weg steigt hier zum Schenkelbachtal an. Der "Paul-Claus-Pfad" leitet danach in kurzen Serpentinen hinab ins Niederthal. Immer in der Nähe des Rheins bleibend und oft direkt am Hang verlaufend bietet der Weg viele hervorragende Blicke auf die Orte und Burgen am Flussufer, so z.B. auf Bacharach und die Burg Stahleck und der Insel Heiles Werth vom Aussichtspunkt Wirbellay. Im Niedertal wird die Landesgrenze passiert. Der Rheinsteig verlässt hier mit dieser Etappe Rheinland-Pfalz und führt hinein nach Hessen und den Rheingau. Aus dem engen Tal heraus, führt der Rheinsteig wieder in den Vorderhang des Rheintals zurück. Weiter geht es zur Clemenskapelle in den Weinbergen oberhalb von Lorchhausen und anschließend an der Ruine Nollig vorbei ins Wispertal und nach Lorch. In Lorch ging es von der Wisperbrücke hinauf in die Weinbergsgemarkung und auf den Bächergrund und das Bodental zu. Hier endete unsere Tagesetappe. Pünktlich zur Vereinbarten Zeit wurden wir von zwei Großraum Taxis hier abgeholt und zu unserem Hotel nach Schlangenbad gefahren. Hier hatte unser Touren und Übernachtungsplaner für die nächsten drei Tage Quartier gebucht.

 

Am nächsten Morgen wurden wir zu unserem Etappenende des Vortages gefahren (Taxi). Vom Campingplatz Suleika steigt der Weg steil an und führt uns zu einem Panoramaweg, der zur Paul-Claus-Hütte ansteigt. Anschließend zweigt ein Felspfad ab, am Hang geht es entlang zur  Weinberggemarkung von Assmannshausen. Mit einer Sesselbahn kann man hier zum Niederwald auffahren, ansonsten erreicht man das Jagdschloss auf einem Waldweg. Die Hitze an diesem Tag wurde von Stunde zu Stunde immer unerträglicher und so beschlossen die Teilnehmer den Aufstieg zum Jagdschloss sich etwas zu erleichtern und diesen mit der Seilbahn zu überbrücken. Zwei Teilnehmer Liesen es sich jedoch nicht nehmen und wanderten zu Fuß zum Jagdschloss. Danach folgte eine Passage mit vielen schönen Blicken über das enge Rheintal hinweg und hinüber nach Bingen, wo die Nahe in den Rhein mündet. Maximilian Graf von Ostein griff im 18. Jahrhundert gestalterisch in die Landschaft ein und so findet sich eine Reihe von Zeugnissen seines Wirkens am Weg. Eine besonders schöne Aussicht besteht am Aussichtsturm der Rossel und ein Gang durch den künstlichen Tunnelgang der „Zauberhöhle" ist ein ungewöhnliches Erlebnis. Oberhalb des berühmten Weinortes Rüdesheim bietet sich ein herrlicher Ausblick vom Niederwalddenkmal mit der gewaltigen Bronzefigur "Germania". Danach folgten wir dem Weg zur Abtei St. Hildegard in den Weinbergen. Hier suchten wir die Kühle einer Wirtsschänke auf, um unseren Flüssigkeitsbedarf wieder zu stabilisieren. Als nächstes Ziel wird das ehemalige Kloster Nothgottes erreicht, bevor sich der Steig vom Rheintal weg bewegt und dem "Philosophenweg" hinauf in den Rheingauer Wald folgt. Am Sandkopf mussten wir steil aufsteigen. Hier an einer Verbindungsstraße wurden wir wieder von unserem Taxi-Team pünktlich zur Fahrt zurück zu unserem Hotel nach Schlangenbad abgeholt.

 

Am nächsten Morgen war nochmals eine Fahrt mit den Taxis nötig, nach dem absetzten führte uns der Premiumweg am Haus Neugebauer vorbei und nun sollten wir dem weltberühmten Weinschloss Johannisberg nahe Geisenheim einen Besuch abstatten, auch wenn es nicht direkt am Rheinsteig liegt. Doch der Samstagvormittag begann bereits mit einer unangenehmen Schwüle und so ging der Weg weiter ins Ansbachtal und in der Weinberggemarkung zum Schloss Vollrads. Am ehemaligen Kloster Gottesthal vorbei folgt der Weg zu Kühns-Mühle und in die Gemarkung von Hallgarten. Die Rheinsteigwanderer steigen zum Susberg auf, hinab zur Siedlung am Rebenhang und schließlich wieder hinauf zum Wegekreuz am Unkenbaum. Abwärts geht es nun zum Steinberg mit der drei Kilometer langen und denkmalgeschützten Mauer. Bis zum Kloster Eberbach ist es nun nicht mehr weit und das Ziel wurde auch schnell erreicht. Das Kloster Eberbach ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Nähe von Eltville am Rhein im Rheingau, Hessen. Das für seinen Weinbau berühmte Kloster war eine der ältesten und bedeutendsten Zisterzen in Deutschland. Die im Naturpark Rhein – Taunus gelegene Anlage zählt mit ihren romanischen und frühgotischen Bauten zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Europas. Nach einer angemessenen Pause ging es zunächst vom Kloster hinauf zum Honigberg und ins Grünbachtal, anschließend nach Kiedrich. Auf einem schmalen Pfad folgten wir dem Weg zum Turm der Ruine Scharfenstein. Nachdem die Weinberggemarkung wieder erreicht wurde, geht es hinab in Richtung Rheintal bis zur Ausflugsgaststätte Rausch. Hier in dem zünftigen Bayrischen Biergarten kehrten wir nochmals kurzfristig ein. Im Großen Buchwaldgraben begann eine lange Steigung, an einer Wassertretanlage bietet sich uns ein grandioser Blick bis nach Rheinhessen. Nach einem kurzen Aufstieg kommen wir zu einer Schutzhütte und schlenderten schließlich zum Zielort Schlangenbad.

 

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von unserem Hotel und dem Ort Schlangenbad. Die letzte Etappe des Rheinsteigs startet in der Nähe vom Hotel und führt im Wallufbachtal zunächst leicht hinab zur Lochmühle und anschließend steil bergauf nach Georgenborn. An der Ludwig-Schwenk-Hütte am beliebten Kletterfelsen Grauer Stein geht es vorbei und weiter aufwärts ins Erlenbachtal und zum Schloss Sommerberg. Wir gelangten nun nach Frauenstein und ab hier haben wir wieder unser großes Ziel, den Rhein, vor Augen. Weiter geht es nach Schierstein bis zum Hafen und anschließend am Rhein entlang bis nach Biebrich zum Schloss. Das Abenteuer Rheinsteig ist nun offiziell auf der Terrasse des Barockbaues nach 320 Kilometern zu Ende gegangen.

 

Besondern Dank an dieser Stelle, an Wolfgang Ernst für die Planung und Organisation der 5. Etappen in den zurückliegenden 5 Jahren, auf dem wohl schönsten Fernwanderweg in Deutschland.